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Framerate erklärt: 24, 30, 60 oder 120 fps und welche Rate du wann brauchst

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Beim Blick in die Videoeinstellungen deiner Kamera taucht eine lange Liste auf: 24, 25, 30, 50, 60, 120 fps. Welche Framerate passt? Entscheidend sind zwei Dinge: Was du filmst und wofür du das Material später brauchst. Ob als Creator, Vlogger oder mit Actioncam und 360°-Kamera unterwegs: Weiter unten findest du eine Entscheidungstabelle für typische Szenen. Dazu erhältst du die wichtigsten Regeln zu Zeitlupe und Licht. Am Ende erfährst du auch, welche Framerates die verschiedenen Kameras tatsächlich unterstützen. Vor dem nächsten Dreh weißt du dann genau, welche Rate du einstellst und warum.

Insta360 Ace Pro 2 mit 8K-Video und Motocross-Action

Was ist die Framerate?

Wie viele Einzelbilder eine Kamera pro Sekunde aufnimmt und wiedergibt, beschreibt die Framerate. Die Einheit dazu heißt fps und frames per second. Ein Clip mit 30 fps enthält pro Sekunde genau 30 Einzelbilder. Diese folgen so schnell aufeinander, dass dein Gehirn daraus Bewegung statt einzelner Standbilder erkennt.

Wie dein Video bei Zuschauern ankommt, hängt von der Framerate ab. Niedrige Bildraten wirken filmischer, höhere sorgen für flüssigere und realistischere Bewegungen. Die Rate entscheidet auch, was du im Schnitt aus deinem Material noch herausholen kannst. Schon bei vergleichsweise niedrigen Bildfolgen nimmt das Auge Bewegungen als zusammenhängend wahr. Richtig flüssig wirkt die Bewegung aber erst ab etwa 24 fps.

Zwei Werte sind entscheidend: die Aufnahme- und die Wiedergabe-Framerate. Die Aufnahme-Framerate stellst du an der Kamera ein. Für die Wiedergabe-Framerate ist die Timeline deines Schnittprogramms entscheidend. Zeitlupe folgt genau aus diesem Unterschied. Nimmst du mit 60 fps auf und spielst das Material mit 24 fps ab, läuft die Wiedergabe zweieinhalbmal langsamer.

In Menüs stehen oft 24, 30 oder 60 fps, technisch entsprechen diese Werte jedoch häufig 23,98, 29,97 oder 59,94 fps. Dahinter steckt die alte Fernsehtechnik; im Alltag brauchst du diese Feinheit kaum. Der Begriff Bildfrequenz bezeichnet übrigens dasselbe wie Framerate.

Welche Framerate eignet sich für dein Video?

Es gibt nicht die eine perfekte Framerate für alles. Wie viel Bewegung steckt in der Szene? Brauchst du das Material später in Zeitlupe? Und wo soll das Video am Ende laufen? Diese drei Fragen helfen dir, die richtige Framerate zu wählen. Unten findest du die wichtigsten Situationen auf einen Blick:

SituationEmpfohlene FramerateWarum
Vlogs, Interviews, Gespräche24 fps oder 30 fpsNatürlicher Look, kleine Dateien
Reisen, Alltag, Familie30 fpsFlüssig und unkompliziert
Sport und schnelle Action60 fpsDoppelt so viele Bilder, deutlich flüssigere Bewegung
Zeitlupe für Highlights60 fps oder 120 fpsMaterial lässt sich verlangsamen, ohne zu ruckeln
Stark verlangsamte Momente120 fpsBis zu 5-fache Zeitlupe
Filmischer Kino-Look24 fpsDie klassische Bewegungsunschärfe des Kinos

Die Szene selbst gibt die Richtung vor. Mehr Bewegung und mehr Slow-Motion-Potenzial, das du dir offenhalten willst, verlangen eine höhere Framerate. Für ruhige Szenen mit Sprache reichen niedrige Raten meist völlig aus. Im Zweifel sind 30 fps der sicherste Startpunkt. Es gibt aber Nebeneffekte. Höhere Frameraten brauchen mehr Speicherplatz auf der Karte und beim Filmen auch mehr Licht.

24, 30, 60 und 120 fps genauer betrachtet

24 fps: Der Kino-Look

24 fps gelten als Klassiker im Kinofilm. Die leichte Bewegungsunschärfe wirkt auf uns besonders filmisch und wir verbinden sie seit Jahrzehnten mit Spielfilmen. Vlogs, Interviews und ruhige Szenen kommen mit 24 fps gut zurecht, vor allem wenn dir dieser Look gefällt.

Mit Zeitlupe wird es eng. Aus 24-fps-Material lässt sich keine brauchbare Verlangsamung zaubern. Ohne die nötigen Zwischenbilder im Schnitt ruckelt das Ergebnis deutlich sichtbar. Drehe mit 24 fps also nur dann, wenn alles in Originalgeschwindigkeit bleibt. Ruhige Reiseaufnahmen, Sonnenuntergänge und Stadtansichten kommen mit diesem Look besonders gut zur Geltung.

30 fps: Der Allrounder für Online-Videos

30 fps bedeuten sechs zusätzliche Bilder pro Sekunde im Vergleich zu 24 fps. Dadurch wirken Bewegungen flüssiger und realistischer. Die Rate stammt aus dem amerikanischen Fernsehstandard NTSC und gilt als unkomplizierte Wahl für YouTube, Instagram und andere Plattformen. Viele Smartphones bieten 30 fps bereits ab Werk an.

Wer ohne geplante Zeitlupe auf Nummer sicher gehen will, liegt mit 30 fps meist richtig. Die Dateien bleiben handlich und im Alltag gut zu verwalten. Die Clips lassen sich gut mit Material anderer Kameras kombinieren, sofern diese ebenfalls mit 30 fps aufnehmen. Livestreams und schnelle Alltagsclips passen ebenfalls gut dazu.

60 fps: Flüssige Action und halbe Zeitlupe

Bei 60 fps nimmt die Kamera doppelt so viele Bilder pro Sekunde auf wie bei 30 fps. Schnelle Bewegungen wirken dadurch flüssiger, etwa beim Mountainbiken, beim Snowboarden oder wenn du die Kamera schnell durch eine Szene bewegst. Auch Schwenks und schnelle Schritte sehen gleichmäßiger aus. Für Actioncams sind 60 fps besonders sinnvoll, wenn du dynamische Szenen flüssig festhalten möchtest.

Mit 60 fps kannst du außerdem Zeitlupen erstellen. Auf einer Timeline mit 24 fps läuft das Material mit 40 % der Originalgeschwindigkeit. Das ist ideal für kurze, eindrucksvolle Momente. Allerdings benötigen Aufnahmen mit 60 fps mehr Speicherplatz und bei kurzen Belichtungszeiten in der Regel auch mehr Licht als Aufnahmen mit niedrigeren Bildraten.

120 fps: Zeitlupe für die besonderen Momente

Wer Zeitlupe will, greift zu 120 fps. Auf einer 24-fps-Timeline läuft das Material nur noch mit 20 % der Originalgeschwindigkeit. Ein fallender Tropfen, ein Sprung in der Luft oder der entscheidende Moment bei einem Trick wirkt dann richtig eindrucksvoll. Aus einer Sekunde wird ein kleines Highlight.

Dafür benötigst du deutlich mehr Licht und Speicherplatz. Die Dateien werden groß und belegen den Speicherplatz auf der Karte schnell. Nicht jede Kamera unterstützt 120 fps bei hoher Auflösung. Nutze die Rate gezielt für einzelne Momente, statt das ganze Video damit zu drehen. So bleibt das Filmen unkompliziert und deine Speicherkarte ist nicht mitten in der Aufnahme voll.

Zeitlupe richtig einstellen: Darauf kommt es an

Nicht die Kamera erzeugt Zeitlupe. Sie entsteht im Schnitt. Du nimmst mit hoher Framerate auf und legst das Material anschließend auf eine Timeline mit niedrigerer Framerate. Erst dann wird aus den vielen Einzelbildern eine flüssige Verlangsamung.

Ein kurzer Clip von 5 Sekunden bei 60 fps enthält 300 Einzelbilder. Spielst du diese 300 Bilder mit 24 fps ab, werden daraus 12,5 Sekunden Zeitlupe. Die Rechnung lautet: 5 Sekunden × 60 fps ÷ 24 fps = 12,5 Sekunden.

Rechne jede Kombination selbst durch. 60 fps auf 24 fps ergeben eine 2,5-fache Verlangsamung, 120 fps auf 24 fps eine 5-fache und 240 fps auf 24 fps sogar eine 10-fache. Teile einfach die Aufnahme-Framerate durch die Wiedergabe-Framerate, dann hast du deinen Zeitlupen-Faktor. Je stärker du verlangsamst, desto mehr Licht und Speicherplatz brauchst du.

Die Belichtungszeit kommt dazu. Als Faustregel gilt die 180-Grad-Regel. Dabei entspricht die Belichtungszeit ungefähr dem Kehrwert der doppelten Framerate. Bei 24 fps wählst du also 1/50 Sekunde, bei 60 fps 1/120 Sekunde und bei 120 fps 1/240 Sekunde, in der Praxis meist 1/250 Sekunde. So behält deine Zeitlupe eine natürliche Bewegungsunschärfe, statt unnatürlich scharf zu wirken.

Framerate 60 fps Wakeboard Sprung in Zeitlupe mit Actioncam

Noch zwei Dinge aus der Praxis. Höhere Frameraten bedeuten kürzere Belichtungszeiten, das Bild wird also dunkler. Bei schwachem Licht helfen eine offene Blende, ein höherer ISO-Wert oder zusätzliches Licht. Alle Clips eines Projekts sollten außerdem dieselbe Framerate haben oder ein ganzzahliges Vielfaches davon, sonst entstehen beim Export Ruckler.

Ob B-Roll, Reisevideo, Hochzeit oder Produktvideo: Überall dort, wo ein einzelner Moment mehr Aufmerksamkeit verdient, schenkt dir eine hohe Aufnahme-Framerate im Schnitt kreative Freiheit.

PAL oder NTSC: Was du in Deutschland beachten solltest

Zwei Standards sind verbreitet: PAL mit 25 und 50 fps sowie NTSC mit 30 und 60 fps. PAL gehört historisch zu Europa, NTSC zu Nordamerika. Der Unterschied hängt unter anderem mit der Netzfrequenz zusammen: Unser Stromnetz arbeitet mit 50 Hz, das amerikanische mit 60 Hz.

YouTube, Instagram und andere Plattformen verarbeiten beide Standards problemlos und der Unterschied spielt dort heute praktisch keine Rolle. Relevant wird er bei Kunstlicht. Viele Lampen flackern in Deutschland mit 100 Hz, weil sie mit der 50-Hz-Netzfrequenz zusammenhängen. Filmst du mit unpassenden Einstellungen, kann störendes Flackern im Bild entstehen.

Bei Kunstlicht in Deutschland filmst du am besten mit 25 oder 50 fps und einer Belichtungszeit von 1/50 oder 1/100 Sekunde. Im Zweifel hilft eine kurze Probeaufnahme, bevor der eigentliche Dreh beginnt. Draußen bei Tageslicht kannst du entspannt zu 30 oder 60 fps greifen, ohne an die Netzfrequenz denken zu müssen. Vermeide es trotzdem, PAL- und NTSC-Frameraten innerhalb eines Projekts zu mischen. Bleib möglichst bei einem Standard.

Typische Fehler bei der Framerate

Alles mit 120 fps aufnehmen. Hohe Frameraten brauchen viel Licht, belegen schnell viel Speicherplatz und verlängern den Export. Im normalen Tempo abgespielt wirken sie später oft unnatürlich glatt. Nutze hohe Frameraten deshalb nur gezielt, wenn du bestimmte Momente in Zeitlupe zeigen möchtest.

Hochframerate-Material in Originalgeschwindigkeit exportieren. Packst du einen 120-fps-Clip unverlangsamt auf eine 24-fps-Timeline, werden beim Rendern Bilder übersprungen. Dadurch wirkt das Video leicht ruckelig und unprofessionell. Das lässt sich nachträglich nur schwer korrigieren.

Frameraten ungeplant mischen. Beim Kombinieren von Material aus mehreren Kameras sollten alle Quellen möglichst dieselbe Framerate verwenden oder sich durch ein ganzzahliges Verhältnis ergänzen. Stell deshalb alle Kameras vor dem Dreh gleich ein, dann passt am Ende alles zusammen.

Die Belichtungszeit vergessen. Wechselst du von 30 auf 120 fps und passt die Belichtungszeit nicht an, wird das Bild dunkel oder die Bewegungen wirken unnatürlich scharf. Die 180-Grad-Regel aus dem vorherigen Abschnitt hilft dir, beides zu vermeiden.

Welche Kamera kann welche Framerate?

Regeln nützen wenig, wenn deine Kamera die gewünschte Framerate nicht in guter Qualität liefert. Die größte Herausforderung liegt für viele Creator nicht im Verständnis der Technik, sondern in der Ausrüstung. Hohe Auflösung und hohe Framerate werden oft gegeneinander ausgespielt, sodass du beispielsweise nur 4K mit 30 fps oder Zeitlupe nur in niedriger Auflösung aufnehmen kannst. Beim Kameravergleich zählt deshalb die Kombination aus Auflösung und Framerate und nicht die größte Zahl im Datenblatt.

Unsere Insta360 Ace Pro 2 löst genau dieses Problem. Der 1/1,3-Zoll-Sensor ermöglicht Videoaufnahmen in 8K mit 30 fps und in 4K mit bis zu 120 fps. Selbst Zeitlupenaufnahmen filmst du damit in 4K-Qualität; im Zeitlupen-Modus sind sogar 1080p mit 240 fps drin. Und weil hohe Frameraten mehr Licht brauchen, hilft dir der PureVideo-Modus bei 4K mit 60 fps, das Rauschen bei schwachem Licht zu reduzieren.

Motorradfahrer mit Actioncam am Helm bei einer Fahrt im Freien

Beim Filmen ganz ohne festen Bildausschnitt? Dann ist die Insta360 X6 die flexiblere Wahl. Die 360°-Kamera nimmt 8K-Videos mit 50 fps auf, im Einzelobjektiv-Modus sind 5K mit 60 fps und 4K mit 120 fps möglich. Den Bildausschnitt legst du erst im Schnitt fest. Zeitlupenaufnahmen sind ebenfalls möglich. Der 2 600-mAh-Akku hält 8K mit 30 fps bis zu 140 Minuten durch.

Insta360 X6 360 Grad Kamera mit 8K Framerate für Zeitlupe

Fazit

Die passende Framerate folgt der Szene, nicht allein dem Geschmack. 24 fps stehen für den Kino-Look. 30 fps gelten als unkomplizierter Standard für Online-Videos. 60 fps sorgen für flüssige Action und erste Zeitlupen. 120 fps bleiben den ganz besonderen Momenten vorbehalten. Suchst du eine kompakte Kamera für hochwertige 4K-Zeitlupen, ist eine Actioncam mit 4K bei 120 fps die ideale Wahl.

Möchtest du den Bildausschnitt erst nachträglich festlegen? Dann bietet dir eine 360°-Kamera mehr kreative Freiheit. Stell vor dem Dreh die Framerate bewusst ein. Passe die Belichtungszeit an und denk bei Kunstlicht an die 50-Hz-Netzfrequenz. Dein nächstes Video steht damit auf soliden Beinen.

FAQs

Sind 30 fps oder 60 fps besser?

Beides kann sinnvoll sein. 30 fps reichen für Gespräche, Vlogs und ruhige Szenen meist völlig aus und sorgen für kleinere Dateien. 60 fps sind besser, wenn viel Bewegung im Bild ist oder du das Material später verlangsamen willst. Für die meisten Online-Videos ist 30 fps der sichere Standard. Bei Action und Zeitlupe greifst du zu 60 fps.

Wie viele FPS brauche ich für YouTube und Instagram?

YouTube, Instagram und andere gängige Plattformen unterstützen Videos mit 24 bis 60 fps. Normale Inhalte nimmst du am besten mit 30 fps auf. Das wirkt natürlich und spart Speicherplatz. Für Zeitlupen oder sehr bewegte Szenen lohnt sich die Aufnahme mit 60 fps. Aufnahme und Export müssen allerdings zusammenpassen.

Kann ich ein Video nachträglich von 30 fps in 60 fps umwandeln?

Technisch klappt das, sinnvoll ist es selten. Die fehlenden Bilder werden künstlich berechnet, wodurch Bewegungen schnell unnatürlich oder unscharf wirken können. Echte 60-fps-Aufnahmen kann nur die Kamera durch die Aufnahme mit 60 fps liefern. Entscheide deshalb vor der Aufnahme, ob du flüssige Bewegung oder Zeitlupe brauchst, und stell die Framerate entsprechend ein.

Warum wirken 24 fps filmisch?

Seit den späten 1920er-Jahren laufen Kinofilme mit 24 Bildern pro Sekunde. An diese Bildwirkung haben wir uns gewöhnt. Die leichte Bewegungsunschärfe und das minimale Ruckeln bei Schwenks verbinden wir mit Kino. Höhere Frameraten wirken dagegen realistischer und glatter. Deshalb fühlt sich ein Video mit 24 fps oft wie ein Film an, 60 fps dagegen wie ein direkter Mitschnitt.

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Bei Insta360 denken wir mutig, halten die Abenteuer des Lebens fest und haben dabei jede Menge Spaß. In unserem Blog findest du die neuesten Nachrichten, Tipps und Tricks, um das Beste aus deiner Ausrüstung herauszuholen, sowie Geschichten von echten Creators, die zeigen, wie sie ihre Ideen zum Leben erwecken.
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